Erwin Huber | Mitglied des Landtags
 
   
Stimmkreis / Niederbayern
13.04.2014, 19:43 Uhr Übersicht | Drucken

Huber: 10 Ziele für attraktive Standorte

Ex-Wirtschaftsminister eröffnet Wirtschaftstage – Politik und Wirtschaft gefordert

 

Dingolfing. Der frühere Wirtschafts- und Finanzministerminister und jetzige Ausschussvorsitzende Erwin Huber hat bei der Eröffnung der Wirtschaftstage am Freitagnachmittag Politik und Wirtschaft dazu aufgefordert, die Qualität des heimischen Standorts weiter zu verbessern. Dazu legte er einen 10-Punkte-Katalog vor von Breitband bis Verkehrsausbau, von Ausbildung bis Qualität der Arbeitsplätze.



Traditionell hält Erwin Huber zur Eröffnung der Wirtschaftstage eine Rede zur wirtschaftlichen Gesamtschau. In diesem Jahr machte der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bayer. Landtag „gute Hoffnung für eine anhaltend starke Konjunktur mit hoher Beschäftigung, stabilen Preisen, niederen Zinsen und ausreichendem Wachstum.“ Vor allem der Mittelstand könne davon profitieren, denn nicht mehr der Export, sondern der private Konsum auf dem Binnenmarkt sei der eigentliche Wachstumsmotor. Es sei genug Geld vorhanden für Bau- und Ausbau, mehr Qualität in der Wohnung, den Automarkt und für Freizeit. „2014 wird ein sehr gutes Jahr, 2015 auch noch ein gutes“, sagte der Wirtschaftspolitiker voraus. 

 

Intensiv beschäftigte sich Huber dann mit den heimischen Standortbedingungen: „Insgesamt haben wir hervorragende Standortqualitäten, allerdings gibt es Stärken und Schwächen und damit Aufgaben für Staat und Kommunen, Unternehmen und Mitarbeiter.“

Als zentrale Aufgabe von Staat und Gemeinden stellte Huber den Ausbau des schnellen Internets heraus. Der Freistaat habe ein Förderprogramm mit hohen Zuschüssen gestartet und jetzt müssten gerade auch die Landgemeinden diesen Ball aufnehmen. Auch im ländlichen Raum sollte eine Datenrate von 50 Mbit/Sekunde bis zum Jahr 2018 in jeder Gemeinde verfügbar sein.

Als besondere Chance für den heimischen Mittelstand nannte der Heimatabgeordnete das Technologiezentrum für Produktions- und Logistiksysteme in Dingolfing. Dort würden von der Hochschule Landshut nicht nur Angebote für ein berufsbegleitendes Studium gemacht, sondern auch für die Weiterbildung, besonders in der Unternehmensführung. Für Berufsschüler sei die Möglichkeit, an der Hans-Glas-Schule die Fachhochschulreife in technischen Berufen zu schaffen noch zu wenig  genutzt.

Im Bereich Verkehr nannte Huber den dritten Autobahnanschluss Dingolfing-Höfen und die Ausbaumaßnahmen an der B 15 und B 20 sowie den Gleisanschluss zum Flughafen als infrastrukturelle Verbesserungen. Die Gemeinden rief er auf, noch mehr Bauland zur Verfügung zu stellen, denn für die Fachkräfte der Zukunft sei es ein Vorteil, zu einem Eigenheim zu kommen, was ein teurer Wirtschaftsraum wie München nicht mehr bieten könne.

„Aber auch die Unternehmen selbst und die Mitarbeiter können zur weiteren Verbesserung der Standortqualität und damit der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft beitragen“, appellierte der CSU-Politiker. Er zählte dazu Aus- und Fortbildung, Frauen- und Familienfreundlichkeit der Arbeitsbedingungen, die Gesundheitsvorsorge im Betrieb und schließlich Anreize zu altersgerechter Ausstattung der Arbeitsplätze.

Für den Arbeitgeber der Zukunft sei die flexible Organisation im Betrieb mit besonderer Rücksichtnahme auf das private Umfeld der Mitarbeiter von entscheidender Bedeutung, um qualifizierte Fachkräfte zu bekommen oder zu halten. „Wer dem Mitarbeiter auch bei der Erfüllung seiner elterlichen oder häuslichen Verantwortung entgegenkommt, der hat bessere Chancen als der, der nur auf hohen Lohn setzt“, stellte Huber heraus. Es gehe also nicht in erster Linie darum, zusätzliche Kosten zu übernehmen, sondern durch eine flexible Organisation, kurzfristige Umstellungen oder betriebliche Beweglichkeit auf die individuellen und oft nicht vorhersehbaren Alltags-Wehwehchen der Mitarbeiter Antworten zu finden.

Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Meinung hat nach Auffassung des Abgeordneten der Mittelstand bei dieser Flexibilität Vorteile gegenüber dem Großunternehmen. „Ich fordere also den Mittelstand auf, den härter werdenden Wettbewerb um Fachkräfte mit diesen Qualitätsmerkmalen offensiv aufzunehmen“, rief er zu Aktivität auf. Diese humane Gestaltung des Arbeitsplatzes sei für einen Wirtschaftsstandort und eine qualifizierte Belegschaft von entscheidender Bedeutung. 



   

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